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Ingeborg M. fragt:
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Ingeborg M. fragt: "Lebenslänglich"Warum ist es nicht normal, als Deutsche in Polen, von einer jüdischen Mutter und einem evangelischen Vater, 1927 geboren zu werden? -- Wurden Sie schon einmal mit Steinen beworfen und mit "Deutscher, Deutscher" beschimpft? -- Hat schon einmal jemand nach Ihnen mit Steinen geworfen und "Jude, Jude" gerufen? -- Fiel ein Mann vor Ihren Augen tot auf die
Straße, getroffen von einem Schuß, der aus einem
Dachfenster kam? Sollte Ihr Vater schon einmal erschossen werden, weil er Deutscher war? -- War Ihr Vater schon einmal zum Tode verurteilt, weil er als Pole galt? -- Haben Sie Ihren 75jährigen Großvater von der
Gestapo kommend, blutend und zerschlagen gesehen? Mußten sich Ihre vier sehr alten Onkel und
Tanten ein Grab schaufeln, um von der SS erschossen zu
werden ? Haben Sie mit Ihrer Mutter und Schwester über ein Jahr in einem Zimmer versteckt gelebt? -- War bei Ihnen die Gestapo und hat Ihre Wohnung durchsucht? -- Wurden Haus und Garten Ihrer Eltern 1939 beschlagnahmt? -- Sind Sie schon einmal ohne Papiere über eine von Deutschen bewachte Grenze gefahren? -- Hat die Gestapo auf der Treppe des Bahnhofs
Ihren Vater verhaftet? Besuchten Sie als 15jährige ihren Vater im
Gefängnis? Haben Sie Ihren 15jährigen Schulfreund in
einem vollkommen leeren Haus besucht? Verhungerten Ihre Großmutter und Ihr Großvater im Warschauer Getto? -- Standen Sie eines dunklen Abends auf der
Straße mit Ihrer Mutter? Mußten Sie mit einem -P- auf der Brust gehen, U-Bahn fahren, deutsche Ämter besuchen? -- Mußten Sie mit 14 Jahren als polnische
Fremdarbeiterin einen Haushalt mit fünf Zimmern
saubermachen, einkaufen und kochen? Arbeiteten Sie ein Jahr in einer Gummifabrik? -- Befanden Sie sich in einem Haus auf das eine
Bombe fiel? Saßen Sie in einem Bunker auf den eine Bombe
viel? Liefen Sie durch das brennende Berlin? Erlebten Sie Straßenkämpfe? Sind Sie von Ihrem Onkel die Treppe hinuntergeworfen worden, als Sie sagten: "Deutschland muß den Krieg verlieren."? -- Haben Ihre Mutter und viele Ihrer Verwandten nie ein Grab bekommen? -- Riß ein russischer Soldat an Ihrem Arm und wollte Sie vergewaltigen? -- Mieden Sie einige Ihrer arischen Verwandten, als der Krieg vorbei war? -- Fanden Sie Ihre einzige schöne Schwester tot
im Bett? Sagte eine Amtsärztin nach 36jähriger Arbeitszeit zu Ihnen, Sie hätten eine exzessive und endogene Depressieon - drei Wochen Antidepressiva und Sie wären wieder o.k.? -- Wurden Sie, wenn sie nach Ostberlin fuhren an der Grenze in einen fensterlosen Raum gebracht und durchsucht und befragt? -- Wurde Ihr Haus angezündet und es brannte vollständig nieder? -- Keine Frage habe ich an die
alte jüdische Weisheit:
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<<<Dies ist das Fakimile der Abschrift vom 06.07.1953 vom Entschädigungsamt Berlin von einer Bescheinigung vom 31.03.52 des Landgerichtsgefängnisses Konstanz (am Bodensee) mit der bestätigt wurde, daß die Mutter meiner Mutter Ingeborg Michael, meine Großmutter Johanna Szczygiel am 28. Februar 1943 "in das KZ. Lager Auschwitz abgeliefert" wurde. Dazu ist anzumerken, daß meine Großmutter sich hauptsächlich zu Fuß und in der Nacht aus dem Raum Bromberg in Westpreußen bis an die schweizerische Grenze durchschlug. Bei dem Versuch des "illegalen" Grenzübertrittes wurde Sie von der Polizei aufgegriffen und dann der Gestapo in Konstanz "zugeführt". |
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